13.07.2026
N wie Notar
Warum braucht man beim Immobilienverkauf überhaupt einen Notar?
In Deutschland kann eine Immobilie nicht einfach per Handschlag oder Kaufvertrag zwischen Käufer und Verkäufer verkauft werden.
Jeder Grundstücks- und Immobilienkauf muss notariell beurkundet werden. Erst mit der Unterschrift beider Parteien vor dem Notar wird der Kaufvertrag rechtswirksam.
Das dient vor allem einem Ziel: dem Schutz von Käufer und Verkäufer.
Ist der Notar der Anwalt des Käufers oder Verkäufers?
Nein.
Der Notar ist unabhängig und neutral. Seine Aufgabe ist es nicht, eine Partei zu vertreten, sondern dafür zu sorgen, dass der Kaufvertrag rechtlich korrekt ist und beide Seiten die gleichen Informationen erhalten.
Während des Beurkundungstermins liest der Notar den Kaufvertrag vollständig vor, erklärt die einzelnen Regelungen verständlich und beantwortet offene Fragen.
Niemand muss einen Vertrag unterschreiben, den er nicht verstanden hat.
Wer sucht den Notar aus?
Grundsätzlich können Käufer und Verkäufer gemeinsam entscheiden, welches Notariat den Kaufvertrag beurkunden soll.
In der Praxis schlägt häufig der Käufer ein Notariat vor, da er in der Regel auch die Notarkosten übernimmt. Wichtig ist jedoch nicht, welches Notariat den Vertrag erstellt, sondern dass sich beide Parteien dort gut aufgehoben fühlen.
Was passiert nach dem Notartermin?
Mit der Unterschrift beginnt die eigentliche rechtliche Abwicklung.
Das Notariat kümmert sich anschließend unter anderem um:
- die Eintragung einer Auflassungsvormerkung im Grundbuch,
- die Einholung notwendiger Genehmigungen und Unterlagen,
- die Fälligkeitsmitteilung für den Kaufpreis sowie
- die spätere Eigentumsumschreibung im Grundbuch.
Erst wenn alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, fordert das Notariat den Käufer zur Zahlung des Kaufpreises auf.
Welche Aufgabe habe ich als Makler?
Auch nach dem Notartermin endet meine Arbeit nicht.
Ich begleite Käufer und Verkäufer bis zur Schlüsselübergabe, stehe für Fragen zur Verfügung und koordiniere den Austausch zwischen den Beteiligten. Gerade in dieser Phase gibt es oft viele kleine organisatorische Punkte, bei denen eine persönliche Begleitung hilfreich ist.
Mein Ziel ist, dass der gesamte Verkaufsprozess für beide Seiten möglichst reibungslos und entspannt verläuft.
💡 Mein persönlicher Gedanke: Viele Menschen gehen mit etwas Respekt zum Notartermin – schließlich unterschreibt man nicht jeden Tag einen Immobilienkaufvertrag. Nach meiner Erfahrung verlassen die meisten das Notariat jedoch deutlich entspannter, als sie gekommen sind. Warum? Weil sie merken, dass der Notar nicht da ist, um komplizierte juristische Begriffe vorzulesen, sondern um dafür zu sorgen, dass beide Seiten genau wissen, was sie unterschreiben. Und wenn am Ende alle mit einem guten Gefühl nach Hause gehen, dann war es ein erfolgreicher Termin.